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      Konversionsmassnahmen: Der Bundesrat lehnt die gefährlichen Praktiken ab, aber handelt nicht

      Medienmitteilung der Koalition gegen Konversionsmassnahmen vom 2. September 2026

      Die Koalition gegen Konversionsmassnahmen begrüsst, dass der Bundesrat in seinem heute veröffentlichten Bericht die Schädlichkeit und Unwirksamkeit von Konversionsmassnahmen klar anerkennt. Sie bedauert jedoch, dass der Bundesrat wenig gesetzgeberische Initiative zeigt und sich darauf beschränkt, das Parlament zum Handeln aufzufordern. Die neu gegründete Koalition vereint bereits über 60 Organisationen und fordert nun die aktuell zuständige Kommission des Ständerats auf, die notwendigen Schritte einzuleiten, um LGBTIQA Personen zu schützen.

      Schätzungen zufolge sind in der Schweiz bis zu 80'000 Personen von Konversionsmassnahmen betroffen. Rund ein Drittel von ihnen ist bei Beginn der Praktiken, die ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu verändern versuchen, minderjährig. Trotz dieses grossen Ausmasses sprechen nur wenige Betroffene öffentlich über ihre Erfahrungen. Lea Blattner, Vorstandsmitglied von femmes protestantes und Überlebende von Konversionsmassnahmen, erzählt von ihren Erfahrungen: «Ich habe Dämonenaustreibungen erlebt. Mir wurde auch gesagt, meine Homosexualität sei eine Krankheit und ich könne geheilt werden. Stattdessen haben die Konversionsmassnahmen tiefe Wunden hinterlassen. Niemand sollte durchmachen müssen, was ich erlebt habe.»

      Solche Praktiken halten nicht, was sie versprechen. Stattdessen verursachen sie grosses Leid. Die Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen hält fest: «Wissenschaftliche Studien belegen, dass SOGIECE-Massnahmen [Sexual Orientation and Gender Identity Change Efforts (Konversionsmassnahmen)] zu gravierenden psychischen Schäden führen können, darunter Depressionen, Suizidalität und Angststörungen, und dass sie nicht zu einer tatsächlichen Veränderung sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität führen.»

      Angesichts dieser Erkenntnisse reicht es aus Sicht der Koalition nicht aus, das Problem lediglich anzuerkennen. «Die Würde des Menschen ist unantastbar. Daher lehnen wir Konversionsmassnahmen entschieden ab», sagt Katharina Jost Graf vom Frauenbund Schweiz. Diese Haltung wird auch von der Schweizer Bischofskonferenz, der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz, der Christkatholischen Kirche der Schweiz und dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund in offiziellen Stellungnahmen geteilt. «Wer anerkennt, dass diese Praktiken schädlich und unwirksam sind, muss auch bereit sein, die Betroffenen wirksam zu schützen. Die Politik darf jetzt nicht stehen bleiben.»

      Über 60 zivilgesellschaftliche Organisationen haben sich in der Koalition gegen Konversionsmassnahmen zusammengeschlossen. Muriel Waeger, Vertreterin der LGBTQ-Dachverbände LOS, Pink Cross und TGNS, erklärt: «Der Bundesrat bestätigt, was Betroffene und Fachpersonen seit Jahren sagen: Konversionsmassnahmen richten grossen Schaden an. Daraus muss nun eine gesetzliche Konsequenz folgen. Wir fordern die aktuell mit dem Geschäft betraute Kommission des Ständerats auf, den Schutz von Betroffenen voranzutreiben und sich wie der Nationalrat für ein Verbot auszusprechen.

      Die Koalition wird sich weiterhin gemeinsam mit Betroffenen, Fachpersonen und zivilgesellschaftlichen Organisationen dafür einsetzen, dass Konversionsmassnahmen in der ganzen Schweiz endlich wirksam verboten werden. Weitere Informationen zur Koalition finden Sie unter: https://www.konversionsmassnahmen.ch/

      Wir bitten Sie, bei einer Berichterstattung über LGBTIQ-Feindlichkeit jeweils auf das Unterstützungsangebot der LGBTIQ Helpline aufmerksam zu machen:

      Wir hören zu! LGBTIQ Helpline

      Von Montag-Freitag, jeweils 19–21 per Telefon und Chat. Jederzeit per E-Mail.
      0800 133 133 | www.lgbtiq-helpline.ch | hello@lgbtiq-helpline.ch

      Die LGBTIQ Helpline ist die erste Anlaufstelle für alle Anliegen zum Leben als lesbische, schwule, bisexuelle, trans, nicht-binäre, inter oder queere Person. Sie ist eine Peer-to-Peer Beratungsstelle und die Meldestelle für LGBTIQ-feindliche Gewalt. Das Beratungsangebot richtet sich an alle Menschen, welche Fragen und Anliegen zum LGBTIQ-Lebensumfeld haben.

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      Konversionstherapien im Kontext verstehen
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