Der Protest der queeren Community hat gewirkt: Die GLP-Fraktion im Zürcher Kantonsrat unterstützt den Sistierungsantrag der SVP zum Verbot von Konversionsmassnahmen nun doch nicht. HAZ – Queer Zürich, TGNS, LOS und Pink Cross erwarten jetzt von allen queerfreundlichen Parteien, dass sie das Verbot zügig durch den Kantonsrat bringen. Der Schutz vor Konversionsmassnahmen soll ohne weitere Verzögerung in Kraft treten.
Im Kantonsrat Zürich wird zurzeit einkantonsweites Verbot von Konversionsmassnahmen diskutiert. Damit wären LGBTQIA+-Personen in Zukunft geschützt vor gefährlichen und menschenrechtswidrigen Massnahmen, die darauf ausgerichtet sind, die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität zu verändern. Gemäss NZZ vom letzten Freitag, 25. September 2026, wollte die Kantonsratsfraktion der GLP einen Sistierungsantrag der SVP unterstützen. Dadurch wäre das Gesetz auf die lange Bank geschoben worden.
Die Berichterstattung löste in der LGBTQIA+-Community und der GLP-Wähler*innenschaft grosses Unverständnis und Empörung aus. Wie die GLP nun bekannt gibt, hat sie am 28. September 2026 beschlossen, den Sistierungsantrag nicht weiter zu unterstützen. Sie bestätigt mitzuhelfen, die Vorlage zu unterstützen, damit ein Verbot von Konversionmassnahmen aufgrund sexueller Orientierung und Geschelchtsidentität schnellstmöglich wirksam wird.
«Wir sind froh, dass die Kantonsratsfraktion der GLP ihren ursprünglichen Entscheid revidiert hat und sich nun doch für den Schutz der queeren Community ausspricht», sagt Dominik Steinacher, Co-Präsident der HAZ – Queer Zürich. «Danken möchten wir allen Menschen, die sich in Folge der Berichterstattung für das Gesetzesvorhaben eingesetzt haben: Allen voran der queeren Community und den progressiven Kräften in der GLP.» Elle Bohner von der Lesbenorganisation Schweiz (LOS) führt aus: «Wir begrüssen die Kehrtwende der GLP sehr. Die weitere Unterstützung des kantonalen Verbots ist ein wichtiges Signal für einen vollumfänglichen Schutz der
Community – auch auf Bundesebene.»
Jetzt muss der Kantonsrat die Gesetzesvorlage rasch behandeln, damit der Schutz vor Konversionsmassnahmen schnell in Kraft treten kann. «Wir erwarten nun von allen queerfreundlichen Kräften, insbesondere von SP, AL, Grünen, Mitte, EVP und GLP sowie der liberalen FDP, dass sie diese Vorlage effizient durch den Kantonsrat bringen», sagt
Dominik Steinacher weiter.
Die Koalition wird sich weiterhin gemeinsam mit Betroffenen, Fachpersonen und zivilgesellschaftlichen Organisationen dafür einsetzen, dass Konversionsmassnahmen in der ganzen Schweiz endlich wirksam verboten werden, doch dieses Bekenntnis der GLP ist bereits ein guter Schritt.
